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Hereinspaziert in unser kleines Gästehaus! Sabine und Bert-Holger Fütterer
Frische und feine Küche in der Moltkestrasse 89


Nach dem altbewährten Motto "Hier kocht der Chef noch selbst!" werden nur frische und möglichst regionale, aber stets saisonale Produkte verarbeitet. Ob "bed & breakfast" oder abendliches Menü: Alle Speisen werden mit Sorgfalt und Liebe nur für Sie persönlich á la minute zubereitet, individuelle Wünsche werden immer berücksichtigt. Für Ihren Gastgeber ist der Name der Familie Fütterer gleichermaßen Programm, Verpflichtung und ständige Herausforderung.  

Während der Vegetationsperiode landen sogar Obst, Gemüse und Kräuter aus dem Garten und aus dem eigenen, kleinen Gewächshaus, sonnengereift, selbst kultiviert und verarbeitet direkt auf dem Tisch. Sie bilden die Basis des Geschmacks unserer Gerichte, die konsequent hausgemacht und ohne den Einsatz irgendwelcher Geschmacksverstärker hergestellt werden. Das Verwenden vorgefertigter Lebensmittel ist ein absolutes Tabu. Sogar alle Fonds, Brühen, Suppen und Soßen, Dips, Marinaden und Salate werden ausnahmslos in der Küche im zweiten Obergeschoss in handwerklich traditioneller Weise tagesfrisch zubereitet.

Wir stellen uns der Aufgabe, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu  halten. Der Genuss steht im Mittelpunkt und gerade deshalb umschmeichelt im Ausschank nicht nur im "Versorgungskeller" am Feierabend frisch gezapftes, niedersächsisches Premium Pils eine durstige Kehle. Fragen Sie zu jeder Zeit auch nach einem feinen und belebenden Tropfen aus dem gut sortierten Weinkeller. Als Hüter und Bewahrer der norddeutschen Küche bietet Ihnen Ihr Gastgeber obendrein die Möglichkeit, spezielle, kulinarische Wochenenden in unserer "Kleinen Kochschule" zu erleben.

Bei uns ist der Gast König, deshalb liegt es uns sehr am Herzen, eine freundliche und entschleunigende Atmosphäre zu schaffen. Lassen Sie sich verwöhnen und freuen Sie sich darauf, einmal von allen Seiten bedient zu werden. Erstklassig Frühstücken, genussvoll Speisen und "erfrischendes" Entspannen! lautet das hauseigene Wellness-Konzept. Sprechen Sie mit uns über Ihre Wünsche, fragen Sie nach Ausflugstipps für die ostfälische Region und Empfehlungen für Restaurant-Besuche, kosten Sie unseren umfangreichen Service voll aus. So werden Ihre Tage in der Moltkestrasse 89 zu einem rundherum erholsamen und stets wiederholbaren Erlebnis!

(Burj al Arab, Dezember 2012)

Warum gibt es in der Moltkestrasse ein "Bismarckfrühstück"?

Wo befinden Sie sich eigentlich in Hildesheims Oststadt?

Von historisch wenig interessierten Gästen bekommen wir gelegentlich Post in die Molkestraße 89. Die nehmen wir natürlich auch gern entgegen, denn tatsächlich befand sich im Hinterhaus (Nr. 87), das aus den rückwärtigen Fenstern unserer Pension zu sehen und gleich links gelegen ist, während etwa 60 Jahren eine kleine Molkerei. Der alte Herr Hollemann, Begründer und guter Geist des Geschäfts ist leider viel zu früh verstorben, aber seine Frau Paula hat im kleinen Milchladen im Vorderhaus (Nr. 88) noch bis in die frühen 80-ziger Jahre des letzten Jahrhunderts aufopferungsvoll und engagiert den gesamten Stadtteil täglich mit frischen Molkerei-Produkten versorgt. Für die damaligen Verhältnisse: Einfach erstklassig! In der heutigen Garage standen das hollemannsche Pferdefuhrwerk und seine mächtigen Kaltblüter, echte Pferdestärken. Die weideten seelenruhig im Innenhof unserer oststädtischen Blockbebauung. Der hintere Fachwerkanbau der Molkerei diente als Heu- und Strohlager für die Tiere.

Die Originalaufnahme aus den "goldenen" Zwanzigern hat uns unsere liebe, inzwischen verstorbene Nachbarin Siegrid Heckroth, geb. Hollemann, freundlicherweise zur Verfügung gestellt. Die gasbetriebene Laterne hatte schon vor fast einhundert Jahren für die nächtliche Sicherheit auf unserer Straße gesorgt. Revoluzionär zur Zeit der Weimarer Republik! Auf der gegenüberliegenden Seite, der heutigen Moltkestraße Nr. 2 befand sich bis zur fast totalen Zerstörung Hildesheims städtebaulicher Schönheit durch einen Terrorangriff einer britischen Bomberstaffel am 22. März 1945 das Biergartenlokal der Oststadt. Alle "alten Männer" des Stadtteils hatten dort ihren eigenen Bierkrug deponiert, aus dem sie sich feierabends ehrgeizig labten und ihre Frauen wussten stets, wo sie "den (vermeintlichen) Herrn des Hauses" in froher Runde antreffen konnten. Ein "Bismarckhering" hat schon damals dazu gehört! Legendär waren auch die Bratheringe, wegen deren ausladenden Dufts nur zu oft das gesamte Viertel in Verzückung geriet. Das Bier lieferte die lokale "Hildesheimer Aktienbrauerei", die zunächst mit der Moritzberg-Mauritius-Brauerei, in den Jahren 1921/1922 mit der Dampfbierbrauerei der Stadt Einbeck fusionierte und seit 1967 als Einbecker Brauhaus AG ("Ohne Einbeck gäb´s kein Bockbier!") bis heute firmiert. Pfandflaschen gab es nur wenige. Für den Hausgebrauch wurde die "Erfrischung" in gewaltigen, reich verzierten Tonkrügen abgefüllt. Wir führen diese Tradition, quasi an Ort und Stelle fort und bieten unseren Gästen heute frisch Gezapftes, jedoch im feinen Glas. Unseren Fisch beziehen wir ausschließlich aus zertifizierter, nachhaltiger Aufzucht. Marinierte und gebratene Fische kommen auch in Würdigung des "alten Stammplatzes" nur hausgemacht auf den Tisch.

Unser Urgroßvater, der Maurerpolier Ludwig Fütterer kam im Jahr 1875 zusammen mit seiner Frau, der "schönen" Wilhelmine aus Obernfeld, einer kleinen niedersächsischen Gemeinde im Untereichsfeld nach Hildesheim. Vom Herbst des Jahres 1882 bis zum Sommer 1884 errichtete er das neue Stammhaus der Familie im Herzen der Oststadt mit eigener Muskelkraft und Hilfe seiner Brüder, die allesamt ebenfalls Handwerker waren. Durch Beschluß des Magistrats vom 31. Juli 1894 wurden ihm die hiesigen Bürgerrechte verliehen. Und in vierter Generation führen heute meine Frau Sabine, die "beste Frau Fütterer der Welt!" und ich selbst in direkter Erb- und Rechtsnachfolge dieses Bürgerrecht an Ort und Stelle fort. Wir sind "Oststädter" mit ganzem Herzen, einer langen Familiengeschichte am Platz, die in ihrer steten Liebe zum Quartier begründet bleibt. Anno 1985 habe ich in Fortführung der Tradtion begonnen, das Gebäude in der Moltkestrasse 89 von Grund auf, genauso wie in den Jahren seiner Erbauung in kompletter Eigenleistung zu sanieren und zu modernisieren, das daraus zu machen, was sich 33 Jahre später unseren Besuchern und Gästen stilsicher, wie aus "einem Guss" heraus präsentiert. Das Erhalten und Bewahren des Charmes des "alten Gemäuers" blieb dabei der immerwährende Impetus meiner Bemühungen. In jedem Bauabschnitt wurden zeitgeschichtliche Dokumente verborgen, genauso, wie es der Brauch unserer Vorfahren seit dem 19. Jahrhundert vorgibt.

Die Hildesheimer hatten schon bis in die frühe Neuzeit hinein teils verheerende Kriege geführt. Erinnert sei an die ruhmlose Stiftsfehde, die, ausgelöst vom katholischen Fürstbischof Johann IV., zwischen 1519 und 1523 auch zahllose Opfer unter der Zivilbevölkerung forderte, ein unsägliches Gemetzel, das oft als "die letzte mittelalterliche Fehde überhaupt" bezeichnet wird.

Hildesheim war seit 1643 ununterbrochen Militärstandort bis im Jahr 2007, im Zuge der Transformation der Streitkräfte der Bundeswehr auch die letzte, lokale Kaserne geschlossen wurde. Bereits 1993 hatten britische Soldaten mit großem Pomp die Stadt verlassen. Das Kreiswehrersatzamt, das witzigerweise in der "Waterloostraße" einquartiert war, wurde nach 41-jährigem Bestehen 1997 aufgelöst. In dem maroden Gebäudekomplex kamen erst vor wenigen Jahren nach aufwendigen Sanierungsmaßnahmen ein Kindergarten und der private Musikschulverein unter. Heute gibt es weder Haubitzen, noch Panzer oder Kampf-Hubschrauber bei uns, aber die Straßennamen der Oststadt verweisen in mehrfacher Hinsicht auf den Verlauf der deutschen Geschichte, deren Mitdenker und die nationale Verantwortung für kriegerischen Wahn und seine zwangsläufigen Folgen:

Das zerbombte Hildesheim "drei Tage danach". Originalaufnahme vom 25.03.1945 der kanadischen Luftaufklärung, wiederentdeckt in britischen Royal-Airforce Archiven im Januar 1961 von meinem Vater, Hans-Ludwig Fütterer, einem Journalisten und Fotografen aus innerster Überzeugung, der nach seiner Entlassung aus englischer Kriegsgefangenschaft die Hildesheimer Presse-Landschaft zeitlebens maßgeblich mitgestaltet hat. Die Andreaskirche und die Rückseite des Rathauses sind deutlich erkennbar. Mittig vorn schlängelt sich die "Goslarsche Straße" durch´s Bild, die direkt zu den oststädter Kasernen führte, unten rechts erahnen Sie vielleicht die Reste der "Binderstraße", die geradeaus in die "Steingrube" mündet.

Die Oststadt wurde fast ein Jahrhundert lang von der Steingrubenkaserne und dem vorgelagerten baum- und strauchlosen Exerzierplatz, einer nunmehr innerstädtischen, großen, "grünen Lunge" mit großzügiger Kinderspiel- und Basketballanlage, einem modernen Seniorenparcour, Freiluft-Schachspiel und Verkehrskindergarten dominiert. Die "Steingrube" wird in städtischen Urkunden erstmals im Jahr 1324 erwähnt als Steinbruch, der aber wegen seines geringen Ertrags schon bald wieder verfüllt wurde. Im Mittelalter diente die große Wiese, damals noch vor den Stadttoren gelegen, als öffentliche Hinrichtungsstätte.

Verbrennungen auf dem Scheiterhaufen wurden im Namen der katholischen Kirche als öffentliches Spektakel jahrmarktähnlich inszeniert und dienten in erster Linie der Abschreckung. Beliebt waren auch das "Sieden in der Pfanne", die strenge Strafe für Falschmünzer und das "Rädern" als Todesstrafe für Mörder und Straßenräuber. Das "Vierteilen" war die Folge des Verrats. Der Tod durch den Strang wurde weithin sichtbar auf dem früher noch unbewaldeten, nahen "Galgenberg" zelebriert. Jahrzehntelang stand dort neben dem im Original erhaltenen, mehrschläfrigen Galgen ein nettes, überaus beliebtes Ausflugsrestaurant mit quirligem Tanzbetrieb und kein Gast, der genüsslich auf der Terrasse seinen Kaffee schlürfte, wurde auf die makabre Situation hingewiesen. Das hat sich auch nach der aufwendigen Sanierung des Objekts zum "Nobel-Steakhouse", die bis zum Winter 2014 andauerte, nicht geändert.

Enthauptungen, die "vornehmste" aller Methoden gab es jedoch nur direkt auf dem Marktplatz, gleich vor der Rathaustreppe, wo heute quasi ganzjährig frohe Feste gefeiert werden und Oberbürgermeister und Rat der Stadt ähnlich kluge und folgenschwere Urteile fällen wie im Mittelalter. (Für einen schnellen Blick dorthin klicken Sie einfach auf den nachfolgenden Link: http://www.hildesheim.de/magazin/artikel.php?artikel=11022&type=&menuid=2099&topmenu=2 Während der Zeit des Nazi-Regimes erlangten die Steingrubenkaserne, die Aufklärungsflieger- (Deckname "Hummel") und Flugbildschule im Norden der Stadt, wo auch unter strengster Geheimhaltung ein Fallschirmjäger-Regiment auf seine Einsätze vorbereitet wurde, eine besondere, strategische und machtpolitische Bedeutung und wurden tatkräftig für die Demonstration nationalsozialistischen Gedankenguts missbraucht. Kein Wunder, dass diese Kaserne als einzige der Stadt im Krieg vollständig zerstört wurde und genau an dieser Stelle damals die allerersten Bomben einschlugen. Nach dem Krieg faszinierte auf der "Steingrube" Kurt Schumacher die Massen und Louis Armstrong spielte tatsächlich im April des Jahres 1962 auch in Hildesheim! Der Dachstuhl der Moltkestraße 89 wurde am 22. März 1945 von einer Brandbombe getroffen. Aber die Bewohner des Hauses, teils noch wackere Veteranen des ersten Weltkriegs, die wegen Ihrer erlittenen, zum Teil schweren Verwundungen nicht mehr in den nächsten Krieg ziehen mussten und an der "Heimatfront" ihren Dienst leisteten, waren vorbereitet und haben das mächtige Feuer selbst löschen können. Niemand wurde verletzt.

Wenn Sie mit dem eigenen Fahrzeug, mit Taxi oder Bus, zu Fuß die Moltkestraße von außerhalb erreichen, führt Ihr Weg oft über die Bismarckstraße und den Bismarckplatz zum Ziel. Am südlichen Ende der Moltkestraße befindet sich seit 1961 das Hildesheimer "Scharnhorstgymnasium" genau an der Stelle der ehemaligen Kaserne. Gerhard von Scharnhorst, preußischer General war ein großer Reformator in seiner Zeit und der Organisator der preußischen Heeresreform. In der mathematisch-naturwissenschaftlich und gleichzeitig sprachlich ausgerichteten Schule werden nun politische Bildung, freies Denken und Handeln besonders gefördert, zur Zeit der linken Anarchie, während Helmut Schmidt noch Bundeskanzler war, aber auch schon mal einem Oberstudienrat, langjährigem, lokalem SPD-Mitglied wegen angeblich KPD-naher Äußerungen vom Kultusminister des Landes Niedersachsen vorübergehend das Unterrichten verboten. Die Oststadt ist ein gewachsener Teil Hildesheims, in dem sich verschiedene Kulturen und politische Überzeugungen gerieben haben und nun harmonisch zusammen leben, deren konservative Basis sich gern in alle Richtungen geöffnet hat. Die vormalige Kasernenstraße wurde umbenannt in "Eichendorffstraße", ein klares Symbol des Umdenkens und der geistigen Erneuerung. Hildesheim, Sitz katholischer Bischöfe seit dem Jahr 1215, hat heute eine mehrheitlich protestantische Bevölkerung.

Otto von Bismarck (links), Albrecht von Roon (Mitte) und Helmuth Karl Bernhard von Moltke¹, "Der große Schweiger", Generalfeldmarschall und Chef des Generalsstabs unter Friedrich III. (rechts) verkörpern das militärisch-strategische und sozial-politische Gewissen der preußischen Herrschaft über die Mitte Europas, schließlich war Bismarck auch einer der Väter des deutschen Sozialversicherungssystems. Es ist nachvollziehbar, dass unsere Straßennamen die unbestrittenen Leistungen der Namensgeber und gleichzeitig die militärische Historie Hildesheims würdigen sollen. Helmuth James von Moltke war nun Mitglied des Kreisauer Kreises, als direkter Nachfahre Helmuth Karl Bernhards tatsächlich ein Widerstandskämpfer, der im NS-Konzentrationslager Ravensbrück weggesperrt und später, noch kurz vor Kriegsende in Berlin-Plötzensee hingerichtet wurde. In der Oststadt erinnern Namen an Siege und Niederlagen, an die gewaltigen Schlachten von Orléans, Waterloo und Spichern, an die besonderen Verdienste der adeligen Herren von Voigt-Rhetz, von Bahrfeldt und von Steuben, Querstraßen sind allerdings nach den großen deutschen Dichtern und Denkern Goethe, Lessing und Schiller benannt. Beim genauen Hinschauen fügt sich hier irgendwie alles sinnfällig zusammen. Und ohne jährliche "Steuben-Parade", ohne jedes überkommene, aristokratische Zweiklassendenken und ohne den klerikalen Wahn der Hexenverbrennungen vor der Haustür leben wir gern in der Moltkestraße und freuen uns darauf, unsere Begeisterung für den Stadtteil mit Ihnen zu teilen!

"Bismarckfrühstück"  Der "eiserne (Reichs-) Kanzler", Fürst Otto von Bismarck steht als Namensgeber zahlloser, typisch deutscher Gerichte Pate. Es  kommen ausgewählte Spezialitäten auf den Tisch, bei deren Zubereitung die Original-Rezepturen des vergangenen Jahrhunderts und  Bismarcks Vorliebe für Kiebitzeier wegen der heute geltenden  Artenschutzbestimmungen aber keine Berücksichtigung mehr finden: Das "Bismarckfrühstück" (aus in Fleischbrühe und Madeira gedünsteten Champignons und gerührten Möveneiern wird nun mit Eiern echter  "Mistkratzer" zubereitet), der "Bismarckhering", der in Essig eingelegt  und von Zwiebeln umrahmt zur Regulierung des Salzhaushalts dient, das "Bismarckragout", eine deftige Suppe, bestehend aus dreierlei  Fleischsorten, Wirsing und Kartoffeln und zu guter letzt ein kleines  "Filetsteak á la Bismarck", garniert mit Wachtelei, falls saisonal verfügbar.

Unser "Bismarckfrühstück" fügt, genauso vielfältig wie sich unser Stadtteil, seine Geschichte und die heutigen Bewohner präsentieren, das zusammen, was nicht als morgendliche Pflichtaufgabe zur notwendigen Sicherung des Energiehaushalts zu sehen ist, sondern ausschließlich und nur dem puren Genuss dienen kann, einen Spiegel unserer Leidenschaft für Ess- und Trinkkultur darstellt. In ruhiger Folge bereiten und servieren wir kulinarische Kostbarkeiten, bestehend aus Fleischsorten lokaler Herkunft, hochfeiner, hausgemachter Brühe, Fisch aus zertifizierter, nachhaltiger Fischerei, Saison-Gemüsen, Salaten und Hühnereiern nur vom Bauernhof unseres Vertrauens, Salzigem und Saurem, Mildem und Süßem. Wegen des großen logistischen Aufwands: "Leider nur samstags, sonn- und feiertags, jeweils von 10:00 bis 12:30 h und nur auf Vorbestellung ab vier Personen!"

 ¹ Quelle: Bismarck. Des eisernen Kanzlers Leben in annähernd 200 seltenen Bildern nebst einer Einführung. Herausgegeben von Walter Stein. Hermann Montanus, Verlagsbuchhandlung Siegen und Leipzig

Im Ferienhaus zu grillen macht Spaß!

Unsere Grill-Saison startet am 01. Mai jeden Jahres und endet am 03. Oktober

Während der schönen Tage und lauen Abende des Sommers stellen wir Hausgästen gern auf Wunsch unsere Außenanlage zum gemeinsamen Grill-Vergnügen zur Verfügung!

Unser Mehrzonen-Gasgrill mit einer Gesamtleistung von beachtlichen 6,2 KW liefert erstklassige Ergebnisse. Ob Fleisch, Wurst, Fisch oder Gemüse: Alles gelingt im Handumdrehen. Wenn Sie Ihr eigener "Grillmeister" sein möchten, sprechen Sie uns bitte stets vorher an. Sie erhalten dann eine ausführliche Einweisung am Gerät, ohne die wir den Betrieb leider nicht gestatten dürfen. Achten Sie immer auf die enorme Hitzeentwicklung des Grills. Beim selbstständigen Betrieb handeln Sie ausschließlich eigenverantwortlich, wir haften nicht für etwaige Schäden oder gar Verletzungen! Alternativ lassen Sie sich einfach von Ihren Gastgebern verwöhnen und bedienen. Wir bieten Ihnen erstklassigen Service, bestes Grillgut, frische Salate, hausgebackenes Brot und gekühlte Getränke nach jeweiliger Absprache. Sie können in der Saison komplette Arrangements schon im Voraus buchen. Preise bleiben stets frei und richten sich nach Art und Umfang der Aufgabenstellung und Anzahl der teilnehmenden Personen. Für die aufwendige Reinigung, Gas und Geschirr berechnen wir in jedem Fall für die Nutzung der Grilleinrichtungen eine geringe Pauschale in Höhe von € 30,-- (inkl. MWSt.). 

Grillen – was heißt das?  Der Begriff „Grill“ kommt aus dem Englischen und bedeutet schlicht „Rost“ oder „Gitter“. Grillen ist also das Garen auf dem Rost und gilt  als die urtümlichste und einfachste Form des Bratens. Zugleich aber auch als eine der natürlichsten und gesündesten. Grillen gehört zu den so genannten „trockenen Garverfahren“. Darunter versteht man  technisch gesehen „das Garen unter Bräunung durch Strahlungs- oder  Kontaktwärme“.

Und was passiert beim Grillen?  Beim  Grillen erreicht das Grillgut an seiner Oberfläche Temperaturen  von bis  zu 180°C. Im Inneren wird es wegen des vorhandenen Wassers selten heißer als 95°C, die erwünschte Kerntemperatur von Fleisch zum Garzeitpunkt liegt aber meist weit darunter. Durch die hohe Temperatur an der Oberfläche gerinnen die Eiweißstoffe, karamellisieren die Kohlenhydrate und es bildet sich eine schöne Kruste. Das  Schließen der Poren verhindert, dass Fleischsaft, Nährstoffe und Geschmacksstoffe austreten, das  Fleisch kann schonend „im  eigenen Saft“ garen. Perfekt!

Woran müssen wir im Frühjahr schon denken und wie kommen wir zum perfekten Grillgenuss?

Zum Start in die neue Grillsaison bereiten wir rechtzeitig ein wunderbares Kräuter-Würzöl vor und lassen es an einem dunklen und kühlen Ort, bestens geeignet ist ein unbeheizter Kellerraum, während eines Zeitraums von mindestens drei bis vier Wochen "reifen". Zwingen uns warme Temperaturen und Sonnenschein vom Sessel an der Heizung ins Freie, hat sie bereits vorher ihren großen Auftritt. Wenn bei der Herstellung und der sukzessiven Verwendung sehr sauber gearbeitet wird, hält sich das Würzöl bei stetigem Anstieg des Aromas womöglich monatelang und kann restlos aufgebraucht werden.

Etwa zwei Wochen vor dem geplanten Angrillen sprechen wir mit dem Metzger unseres Vertrauens über unsere Wünsche und Vorstellungen. Das gibt dem Fachmann ausreichend Gelegenheit, unser späteres Grillgut auszusuchen und unter optimalen Bedingungen im Kühlhaus auf den Einsatz vorzubreiten. Kaufen Sie nie am Tag des Geschehens Fleischstücke, die bereits vormariniert in der Auslage des Kühltresens der Frischfleischabteilung eines Supermarkts oder gar fertig in Folienverpackungen eingeschweißt im Discounter an der Ecke auf ihre Opfer lauern! Die werden Ihnen nicht schmecken. Sollten Sie auf dem Weg von Ihrer Arbeitsstätte zu Ihren Lieben noch "schnell" an der Tankstelle einkaufen, begehen Sie Selbstmord in Raten. Zwei Tage vor dem Entfachen des ersten und der nachfolgenden Grillfeuer nehmen wir unser Grillfleisch beim Metzger in Empfang und vereinbaren die Uhrzeit für das Abholen der frischen Würste, die er erst am Morgen des angedachten Verzehrtages zubereiten wird. Unsere Eigenkreation, M 89 - "Die" Grillwurst, stellen wir natürlich auf handwerklich traditionelle Weise in unserer Küche selbst her! Beim Transport und der Zwischenlagerung des Grillguts im eigenen Kühlschrank darf die Kühlkette keinesfalls unterbrochen werden. Lassen Sie sich auf dem Weg zum perfekten Grillvergnügen nicht auf "Umwege" ein!

Zuhause portionieren Sie/wir nun "Ihr/unser" Grillfleisch in den erforderlichen Größen und begießen es in einem geeigneten Gefäß mit dem dann vorhandenen Würzöl. Achten Sie darauf, dass das Gefäß nicht zu groß ist, damit kein wertvolles Öl verschwendet wird, denn eventuelle Reste, die nach dem Verzehr noch übrig blieben, müssen wegen der akuten Keimbildung unbedingt und sofort fachgerecht entsorgt werden. Nehmen Sie das Gefäß einige Stunden vor dem Grillen aus dem Kühlschrank und lassen die Fleischstücke Zimmertemperatur erreichen, erst kurz bevor Sie sie auf den Rost legen, noch gründlich abtropfen. Wurstwaren werden vor dem Grillen mit einer Gabel mehrfach angestochen, damit überflüssiges Fett die Gelegenheit bekommt, beim Garvorgang abzutropfen, das Fleischbrät sein volles Aroma entwickeln kann und die Gefahr des unkontrollierten Austretens notwendigerweise beim Produktionsvorgang eingebundenen, später jedoch kochend-heissen Wassers von vorn herein gebannt wird.

Grillfleisch und frische Salate gehören untrennbar zusammen wie Ebbe und Flut an der Nordseeküste, wie Huhn und Ei, "Dick und Doof", Kopfsalat und Schnecke. Kaufen Sie keinen "fertigen" Salat "aus dem Eimer", tragen Sie keinen "Salat aus dem Eimer" oder Mengen, die nur in kleinen Schlüsseln oder unverhältnismaßig aufwendig gestalteten Behältnissen angeboten werden, aus dem Supermarkt nach hause. Machen Sie Ihre Salate mit weingen Handgriffen einfach selbst und achten Sie auf die Vegetationsperioden der Zutaten. Verzichten Sie nicht nur im Winter konsenquent auf Bohnen aus Ägypten und Tomaten aus Marokko, essen Sie zur Unzeit oder besser noch nie ! Spargel aus Peru, warten Sie ab, bis das Gemüse in Ihrer Nähe, bei uns in heimischen Regionen "soweit" ist. So wird das gemeinsame Grillen nicht nur zu einem echten, ungetrübten und stetig wiederholbaren Erlebnis, sondern auch zu einem Jungbrunnen für Ihre Gesundheit und gleichzeitig zu einem richtigen Schritt auf dem Weg zum vollendeten Genuss.  

Zutaten-/Bedarfsliste und Rezept für 1,5 l Knoblauch-Kräuter-Öl
Füllen Sie den Topf mit Wasser, bringen das zum Kochen und sterilisieren Sie darin das Weckglas und alle Arbeitsgeräte. Desinfizieren Sie nach Gebrauchsanweisung des eingesetzten Mittels das Schneidbrett. Achten Sie konsequent auf Sauberkeit am Arbeitsplatz!
Zerdrücken Sie mit dem Rücken eines großen Küchenmessers die Knoblauchzehen und geben sie in das Weckglas. Fügen Sie die trockenen Gewürze zu. Tauchen Sie die frischen Kräuter kurz in das kochende Wasser, trocknen Sie sie mit Küchentuch gründlich ab und geben Sie sie anschließend ebenfalls in das Glas. Je nach Trocknungsgrad stechen Sie die Chilischote/n mehrfach mit einer Gabel ein, damit Flüssigkeit aufgenommen werden kann, füllen das Glas mit einem guten Olivenöl auf. Verschließen, kühl stellen, fertig.
Wir würzen unser Grillfleisch, wenn es auf den Punkt gegart ist, zusätzlich und ausschließlich mit den Salzblüten aus Natursole der "einzigen Pfannensaline Europas" (Göttingen) und schwarzem Pfeffer, den wir direkt bei Tisch im Mörser grob zerstoßen. Wir wissen, welche Zutaten des Würzöls das Eigenaroma unseres Grillfleisches auf ganz natürliche Weise unterstützen können. Das ist ehrliches, notwendiges Würzen ohne die Verwendung von industriell hergestellten Geschmacksverstärkern oder die Zugabe fragwürdiger, künstlicher Aromen, die heutzutage quasi in jeder handelsüblichen, vorgefertigten Gewürzmischung beigemischt dem geneigten Konsumenten untergejubelt werden.

   1           

temperaturbeständiges Weckglas mit 1,5 l Fassungsvermögen

   1

Topf, in das dieses Glas bequem hinein passt

   1

Schnelldesinfektionsmittel für das zu verwendende Schneidbrett

   8 - 12

frische, große Knoblauchzehenregionaler Herkunft, keine Importware aus Fernost!

   1,4 l  

kaltgepresstes Olivenöl, extra vergine Ihrer Wahl

   ca. 50

schwarze Pfefferkörner

   1 El.

Senfkörner

   1

getrocknete oder frische Chilischote, Größe und Schärfegrad nach jeweiliger Vorliebe, ggbfls. mehr

   1

Zweig frischen Rosmarins (nicht zu groß!)


Zweige frischer Petersilie und frischen Dills nach Wunsch

   10

Zweige frischen Thymians

   2

frische Lorbeerblätter

   10 - 12

zerdrückte Wacholderbeeren

   0

KEIN SALZ !!

 
Unsere Getränkeempfehlung für Ihre Grillsaison: "Die Poncha!"

Diese Empfehlung hat nun rein gar nichts mit Regionalität oder typisch ostfälisch-südniedersächsischer Tradition gemein. "...passt also eigentlich nicht in unser Konzept!" Aber keine Regel ohne Ausnahme und nicht immer muss ausschließlich frisches Pils beim Grillen gereicht werden: Uns geht es bei dem nachfolgenden Rezept nur um dessen sensationellen Erfrischungsfaktor und die herrlich gelbe Farbe des Getränks, die förmlich die frühjährlich und sommerliche Sonne ins Glas zwingen! Diesen Aperitif müssen Sie einfach probieren!

Die Poncha ist das Nationalgetränk der Madeirer, also eine durch und durch portugisische Spezialität, die wir in einem der vergangenen Winter an Ort und Stelle schätzen gelernt haben. Natürlich schmecken Früchte und Honig auf einer Insel im Atlantik anders als diejenigen, die wir hier im Handel bekommen können. Und auch der "Branca", ein hochprozentiger, bodenständiger "Schnaps" aus echtem, madeirischen Zuckerrohr destilliert, darf gar nicht entsprechend der Richtlinien der Europäischen Union nach Deutschland exportiert werden. Wir sind hier also komplett abgeschnitten von den eigentlich notwendigen Bezugsquellen. Sogar der typische Holzquirl zum Vermengen aller Zutaten muss nicht sein. Nehmen Sie einfach die besten Zutaten, die Sie bekommen können, einen handelsüblichen Quirl aus Edelstahl und "´ran ans Werk!" Pressen Sie die Früchte gewissenhaft aus und achten Sie darauf, möglichst viel Fruchtfleisch zu erhalten. Füllen Sie die Säfte in einen ausreichend großen Glaskrug mit breiter Öffnung und Henkelgriff, geben Sie den flüssigen Honig hinein.

Nun heißt es: "Verquirlen, was das Zeug hält!", denn der Honig soll sich in den Säften komplett auflösen. Anschließend geben Sie sukzessive den Zuckerrohrschnaps dazu und das Quirlen beginnt von Neuem. Experimentieren Sie solange und sooft, bis Sie die "richtige" Menge an Aguardente de cana beigegeben haben, um Ihren persönlichen Geschmack zu treffen. Verschließen Sie dann den Glaskrug mit Klarsicht- oder Alufolie und stellen ihn während mehrerer Stunden in ein Kühlgerät, um den Krug samt Inhalt so richtig "durchzukühlen". Das muß sein, denn die Poncha wird stets sehr kalt getrunken und läßt sich prima schon am Vortag des Vergnügens vorbereiten. Servieren Sie die Poncha, nachdem Sie nochmals kräftig gequirlt haben, in ebenfalls im Kühlschrank vorgekühlten Aperitifgläsern direkt aus dem Krug beim Stehkonvent am Grill. Die Präsentation ist dann perfekt gelungen (siehe Foto) und der Geschmack am Besten, wenn sich im Glas der weiße Schaum vom Quirlen oben verschließend auf dem fruchtigen Inhalt auftürmt.

 Zutatenliste


 2 Teile

frisch gepresster Orangensaft mit Fruchtfleisch

 1 Teil

frisch gepresster Zitronensaft mit Fruchtfleisch

 2 Teile

relativ geschmacksneutraler, schön flüssiger Honig

 2 Teile

Aguardente de cana (portugisischer Zuckerrohrschnaps), ersatzweise höchstprozentiger Cachaça (bitte keinen billigen Fusel!)


Nicht ganz ernst gemeinter Hinweis auf unsere "Hausordnung" während der Biergarten-Saison!

 (Bahia Meloneras, Gran Canaria, Februar 2015)

M 89 - "Die" Wurst

Unsere hauseigenen Wurstkreationen entstehen in unserer Küche im zweiten Obergeschoss auf traditionelle Weise in reiner Handarbeit. Die Qualität und Frische der ausgewählten Zutaten, eine perfekte Harmonie von Rezeptur, Aromenspiel und letztendlich viel Liebe, die in solch herausragenden Produkten zweifelsfrei übergehen muss, garantieren ungeahnte Geschmackserlebnisse! Die Hildesheimer Bördelandschaft ist eine Region mit zahlreichen Schweinezucht- und Mastbetrieben. Deshalb kommt in unsere Wurst ausschließlich Schweinefleisch aus lokaler Aufzucht und Schlachtung.

 

 M 89 - "Die" Mettwurst

"Die" Mettwurst ist eine luftgetrocknete, typisch regionale Spezialität nach untereichsfelder Art, deren Original-Rezeptur meines Urgroßvaters über Generationen hinweg bewahrt werden konnte. Die Mettwurst wird durch das Hinzufügen von Pökelsalz haltbar und reift mehrere Wochen in unserem stets durchlüfteten Wurste-Keller der vollkommenen Vollendung entgegen. Die geheime Gewürzmischung verleiht ihr ein unverwechselbares Aroma, nämlich genau das, was wir Ostfalen lieben und schätzen. Wir machen M 89 - "Die" Mettwurst im November jeden Jahres, trocknen einige Exemplare bis ins nächste Frühjahr hinein weiter, um dann, im Hauchschnitt dargereicht, die sich stetig fortschreitend verdichtende Würze und Konsistenz noch einmal voll auszukosten.

Zutaten:   Schweinefleisch, Schweinedarm, Pökelsalz, trockene Gewürze (keine Pfefferkörner!), Wolfung: 8 mm, Rohgewicht ca. 450 g. 

M 89 - "Die" Mettwurst wird in unserer Region dann in Scheiben á etwa sieben Millimeter Dicke aufgeschnitten, wenn sie beim Drücken zwischen Zeigefinger und Daumen noch spürbar nachgibt. Ausnahmslos "pur" genossen dient sie niemals als Brotbelag.

 

 M 89 - "Die" Kohlwurst

"Die" Kohlwurst ist ein unverzichtbarer und wesentlicher Bestandteil unseres niedersächsischen "Nationalgerichts": Grünkohl und Bregenwurst.

Die Wurst wird nur in der jährlich wiederkehrenden Grünkohlsaison von Mitte November bis Ende Februar produziert. Im Winter kommen deshalb ausschließlich trockene Gewürze bei der Verarbeitung zum Einsatz.

Zutaten: Schweinefleisch, Schweinespeck, Zwiebeln, Knoblauch, Gewürzmischung und hausgemachte Fleischbrühe, keine Konservierungsstoffe, ohne Innereien (Bregen), Rohgewicht ca. 220 g. "Auf die Brühe kommt es an!"

 

 

M 89 - "Die" Grillwurst

"Die" Grillwurst ist als frische, grobe Bratwurst eine wahre Geschmacksbombe und gleichzeitig eine echte Augenweide! Biss für Biss explodieren im Mund neue Aromen, ein vollkommen unerwartetes und einzigartiges Vergnügen selbst für einen geschulten Gaumen. Ausladendes Farbenspiel und dezente Schärfe mit angenehmem Nachhall im Rachenraum. Wir machen M 89 - "Die" Grillwurst von Mai bis Ende September stets tagesfrisch.

Zutaten: Schweinefleisch, Schweinespeck, Ziegendarm, frische Kräuter und Gewürze, trockene Gewürze, Chianti Classico, ohne Konservierungsstoffe, Wolfung: 7 mm, Rohgewicht ca. 75 g. 

M 89 - "Die" Grillwurst wird paarweise und natürlich ohne Senf serviert! Ein Klecks hausgemachten Ketchups von eigenen Tomaten ist erlaubt. 

 Unsere hausgemachten Produkte

...führen wir unter dem Namen "Original Ostfalen"


Als Erinnerung an Ihren Aufenthalt in der Moltkestrasse 89 geben wir Ihnen bei Verfügbarkeit in der jeweiligen Saison ausschließlich für den persönlichen Bedarf und Gebrauch gern mit auf den Heimweg:

"Original Ostfalen Gelee" vom eigenen Johannisbeerstrauch, fein abgeschmeckt mit einem alten Cru du Beaujolais, bestem Portwein und echtem Übersee-Rum. Außerdem Gelee von "Kais Odenwalder Quitten" verfeinert mit fränkischem Obstbrand, Ingwer und mexikanischer Vanille. Beide Produkte sind selbstverständlich zuckerreduziert. "Gelee von Birnen aus Nachbars Garten"

"Original Ostfalen Fisch", marinierter, in Schafshartkäse-Panade gebratener Nordseefisch

"Original Ostfalen Pilze", aus lokaler Zucht, gekräuterte Edel-Mischpilze mit Paprika und Zwiebeln, feine Knoblauchnote

"Original Ostfalen Pesto", grünes Pesto mit Kräutern vom Innenhof, würzigem, alten Ziegenhartkäse und gerösteten Nüssen

"Original Ostfalen Bärlauch Pesto", herrlich dunkelgrünes Pesto aus Bärlauch mit Schalotten und frischem, jungen Knoblauch

"Original Ostfalen Tomatenketchup", aus frischen deutschen Tomaten stundenlang eingekocht, fein abgeschmeckt mit Sauternes und Portwein, zuckerreduziert.

"Original Ostfalen Sülze", hochfeines, niedersächsisches Sauerfleisch vom Landschwein mit Gurken, Zwiebeln und Knoblauch, sowie Ochsenschwanz-Sülze, im eigenen Saft liebevoll gar gezogen und gesäuert mit mildem Essig aus der Bacchus-Traube

"Original Ostfalen Zwiebeln", lecker überbrühte, noch etwas bißfeste Borsumer Zwiebeln mit süß-sauer Note in Essig-Öl-Vinaigrette, abgerundet mit Grenadine-Sirup

Unsere "Spezialitäten des Hauses" sind weder im freien Handel, noch sonstwo käuflich zu erwerben, kommen in der Moltkestrasse 89 saisonabhängig, sorgfältig und gewissenhaft in sterilen Gläsern lagerfähig gemacht auf den Tisch des Gasts. Ohne Konservierungsstoffe!

Unser Werbeträger, die "Original Ostfalen Kaffeetasse" "Moltkestrasse 89" aus leistungsfähiger Keramik ein Highlight auf dem eigenen Frühstückstisch. 

"Brunos Blech Band Hausmarke" (40% vol.) und unseren Hauswein, den "Weissen Fütterer" (12,5% vol.), dürfen wir trotz Ihrer ungebrochenen Beliebtheit leider nur zum Genuss an Ort und Stelle anbieten

Gemüse, Beeren, Kräuter und Obst aus eigenem Anbau, im Hinterhof der oststädtischen Blockbebauung ein "wahres Wunder der Natur"!

Kleine Kochschule für Freunde und Liebhaber typisch regionaler Küche

Geschmackvolles aus Ostfalen, denn Genuss und Gastfreundschaft gehören untrennbar zusammen!

"Im Winter wird es deftig, es gibt Kohl und Schweinernes!" unter dem Motto "Grünkohl und Bregenwurst, Freunde, das schmeckt!" So heißt nämlich unser niedersächsisches Nationalgericht, das nur dann zubereitet werden kann, wenn kerngesunde, ostfälische Landschweine genügend Fett angesetzt haben und der erste Frost des Jahres dem Kohl die Bitterstoffe entzieht. Das Kohlkochen ist sehr arbeits- und zeitintensiv und bleibt eine stete Herausforderung für jedermann. Vorbereitung und Ansetzen des Kohltopfs jeweils freitags von 16.00 - 21.30 h mit begleitender Verkostung von Kohlwurst und kräftiger Fleischbrühe. Den Menüauftakt setzen am Samstag mariniertes Zwiebelfleisch von der Schweinebacke (im Kohltopf am Vortag gegart, dann über Nacht eingelegt) an typischem Wintersalat. Den Zwischengang bildet eine Consommé vom echten Räucheraal aus dem Steinhuder Meer. Für aktive "Mit-KöchInnen" ist zweckmäßige Bekleidung in der heißen Phase des Geschehens erbeten und wir warnen Sie schon jetzt vor den Gefahren des heimtückischen Geysirs. Achten Sie stets auf die Anweisungen eines geschulten Topfwarts, dessen Kenntnisse für das Kohlkochen unerlässlich sind!

Wenn Sie dabei sein, mitkochen, einmal so richtig vergnügt und reuelos erstklassig speisen möchten, melden Sie sich bitte sehr rechtzeitig telefonisch an, um notwendige Details persönlich zu besprechen.

Die Basis, also das eigentliche Geheimnis unseres eigenen, jedoch typisch regionalen Rezepts bildet die Brühe, in der der Grünkohl stundenlang bei geringer Hitzezufuhr kochen muss. Je länger um so besser. Diese Brühe wird aus den Knochen und Abschnitten der Zuschlagstoffe, reichlich frischem Suppengemüse, mehreren Knollen Knoblauchs zur Würze, mindestens einem halben Dutzend gehäuteten Kohlwürsten, geräuchertem Schweinespeck, -schwarten und -schmalz bereits am Vortag gekocht und am Folgetag mit frischer, fetter Wurstebrühe vom Metzger im Verhältnis 1 : 1 gemischt und nach dem Wiederaufkochen nochmals kräftig mit frisch gemörsertem Pfeffer abgeschmeckt. Gesalzen wird (wenn überhaupt nötig) stets zum Schluss der Prozedur, nie während derer. Die ausgekochten Geschmacksträger werden konsequent entsorgt. Sie haben alles gegeben, was ihnen möglich war. Nach dem Blanchieren wird der Kohl handgerupft, alle hellgrünen Strünke werden dabei sorgfältig entfernt und weggeworfen. Diese, bei schlechter Ware zum Teil dicken Strünke geben Bitterstoffe in den Kohl ab, die dort nichts verloren haben. Im hohen und nordwestlichen Norden Deutschlands versuchen faule Köche, die sich das "Rupfen" ersparen und oft "Frostkohl" in vorgeschnittener Form verarbeiten, den Kohl nachträglich mit Zucker oder Melasse auf "den rechten Weg" zu bringen. Wir Südniedersachsen tun das nicht. Unser Kohl ist pikant würzig, vielleicht sogar frech im Abgang, aber nie irgendwie süss. 

Der Grünkohl wird zum "Braunkohl" durch das Abkühlen über Nacht bei geöffnetem Topfdeckel. Die Oberfläche der Kohlschicht verändert durch die Oxidation deutlich ihre Farbe, sie wird dunkler, bleibt aber immer grün. Sollten Sie in einem Restaurant tatsächlich "braunen" Kohl serviert bekommen, ist der beim Aufwärmen angebrannt und gehört in den Müll. Sollten Sie eine Kohlwurst auf Ihrem Teller finden, deren Darm sich nicht leicht und unkompliziert vom Fleischbrät mit einem einzigen Schnitt lösen ließe (Industrie- oder "Autobahn-Wurst"), essen Sie diese Wurst nicht. Sie wird Ihnen nicht schmecken. Geräucherte Kohlwurst ist eine Dauerwurst, die im Grünkohltopf nichts zu suchen hat. Frische Bregenwurst ist nur zwei Tage lang und das auch nur bei entsprechender Kühlung haltbar. Die Wurst besteht zu etwa 10 % aus frischen, geschnittenen Zwiebeln, 15% des Volumens bildet eingebundene Fleischbrühe. 25 % Bauchspeck und etwa die Häfte der gesamten Wurst sind durchwachsenes Schweinefleisch. Ein guter Metzger verwendet zum Abfüllen den Dünndarm einer Ziege, der bedenkenlos mitgegessen werden darf. Kohlkenner essen den Darm nicht, weil es ihnen nur auf die Qualität des Bräts ankommt. Die Kohlwurst wird vor dem Angaren im Kohltopf gewissenhaft mit einer (traditonell) vierzinkigen Gabel durch- bzw. angestochen, damit Fleischbrühe, Fett und Wurstgewürze vom Grünkohl aufgenommen werden können und ihren Geschmack abgeben. Nach dem Angaren wird die Wurst dem Topf entnommen und bis zum nächsten Tag gekühlt gelagert. Die Wurst verliert beim Angaren etwa 30 % ihres Volumens und damit entscheidende Anteile an Fetten, so dass sie am Tag des Verzehrs bedenkenlos auch in mehrfacher Anzahl gegessen und garantiert frei von jedwedem Fettspritzen angeschnitten werden darf. Gegessen werden darf auch bedenkenlos der Anteil des "Bregens" (vorverurteilend: Schweinehirn), der in der Kohlwurst vom Metzger Ihres Vertrauens auch heute noch sein darf. In der jahrhunderte währenden Tradition von Hausschlachtungen ist es begründet, dass der Fleischer alle verwendbaren Stücke des Schlachtviehs auch verarbeiten muss, um seinem Auftraggeber gerecht zu werden. Beim "Bregen" handelt es sich um die Hirnanhangdrüse des Schweins. Die sieht so aus wie ein kleiner Erdnussflip und wiegt etwa neun Gramm bei einem ausgewachsenen Landschwein, das etwa vier bis fünf Zentner Schlachtgewicht hat. Neun Gramm Bregen werden beim Wursten einer Menge von etwa 75 Liter Brät beigegeben, weisen tatsächlich keinerlei geschmackliche oder inhaltliche Relevanz auf. Es geht beim Namen "Bregenwurst" also ausschließlich um das Bewahren der Tradition. In Industriewurst ist heutzutage ohnehin keinerlei Hirnanhangdrüse mehr enthalten. Es wäre bei den automatisierten Schlachtprozessen viel zu aufwendig sie zu separieren. Und noch ein Tipp: Wird Ihnen in einem Restaurant Senf zum Grünkohl gereicht, essen Sie dort nicht, verlassen Sie das Lokal. Durch falsche oder zu lange Lagerung des vorgegarten Kohls wird dieser schnell sauer, "kippt um" und wird ungenießbar. Eine beginnende, "saure" Note soll oft durch die Beigabe von noch saurerem, oft billigem Senf überdeckt bzw. überlagert werden. Senf hat weder im Kohl, noch auf der Kohlwurst jemals etwas zu suchen. Da das Kohlkochen in seiner ursprünglichen Form sehr arbeits-, zeit- und obendrein kostenintensiv ist, versuchen einige Gastronomen alles, um... 

Also, am zweiten Tag des Kohlkochens wird der Topf wieder unter ständigem Rühren und permanenter Aufsicht des geschulten Topfwarts schonend erwärmt, dann kräftig durchgekocht. Die Kohlwürste werden kurz vor dem Servieren auf Temperatur gebracht, ohne dass noch mehr Fettanteile auskochten, womöglich später im vorgeheizten Backofen bei etwa 75° warm gehalten. Zuschlagstoffe wie Kassler, Bauch oder Backe werden ebenfalls bis zur gewünschten Garstufe im Kohltopf erhitzt, entnommen, fachgerecht portioniert und zusammen mit Salzkartoffeln auf vorgewärmten Tellern angerichtet. Kohl wird stets sehr heiß gegessen, es handelt sich schließlich um ein typisches Saisongericht, das nur im Winter zubereitet werden kann, wenn es draußen frostig, kalt und unfreundlich zugeht. "Drinnen" wärmt er dann vorzüglich Geist, Seele und Gemüt, erfordert blitzartig das gemeinsame Gespräch. Das Grünkohlkochen ist wegen des extremen Arbeitsaufwands eher als gesellschaftliches Ereignis zu sehen, das zusammen schweißt, was zusammen gehört, denn als Delikatesse für die abgehobene Gastronomie. Dort wird mittlerweile oft versucht, den Kohl auf eine Ebene zu heben, wo verharmlosende Fettfreiheit und eine begleitende Gänsebrust das Produkt adeln sollen. Quatsch! "Grünkohl und Bregenwurst, Freunde das schmeckt!" Und Fett bleibt der Aromaträger schlechthin, davon lebt die ganze Geschichte. Die lebt außerdem von und blüht nur auf in einer geselligen Runde, befördert Harmonie und Freundschaft in guten wie in schlechten Zeiten, ist geprägt vom dummen Gerede und den klugen Sprüchen, die während des Kochens zweifelsfrei abgesondert werden müssen. Letztendlich landet alles im großen Topf und alles und jedes wird immer dann gut, wenn man sich nur verstehen wollte.     

Im großen Topf landet bei uns im Haus zum guten Schluss des Kochvorgangs obendrein ein kräftiger Schuss des Hochprozentigen, den wir bevorzugen. Oft ist es ein erstklassiger Obstbrand, denn auch eine "fruchtige Note" soll nun den herrlichen Glanz unseres Produktes noch mehr abrunden. Wir bilden uns ein, dass nach dem Verkochen des Alkohols etwas von dessen Aroma dem Grünkohl später anhaftete. Aber auch das ist natürlich Unsinn und nur eine weitere Blüte einer mittlerweile 35-jährigen, ostfälischen Tradition im Kohlkochen. Dennoch finden wir so erneut den Anlass gemeinsam anzustoßen auf das, "was uns gut und wichtig erscheint"! Ernsthafte Kohlköche haben am Ende des Tages tatsächlich noch etwas von der konzentrierten Brühe im Topf. Und die ist der eigentliche Lohn der Arbeit! Die recht fettige Suppe wird (in der Regel erst) spät nachts in feinen, kleinen Schlücken aus einem großen Schwenker, gemütlich im Ohrensessel am knisternden Kamin dahin schmelzend genossen genauso wie jahrzehntelang gereifter Armagnac oder sie zieht im Stamper ihre öligen Schlieren wie ein sehr alter Single Malt. Einfach wunderbar!